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Cholera



Bei der Cholera handelt es sich um eine Infektionserkrankung, die durch das gramnegative Stäbchen Vibrio cholerae verursacht wird. Die Diarrhöen (Durchfälle) können innerhalb weniger Stunden zu schwerer Dehydratation (Austrocknung) führen und lebensgefährlich verlaufen.

Man kann folgende Formen der Cholera unterscheiden:
• Cholera asiatica (Gallenbrechruhr)
• Cholera nostras (Sommercholera)
• Pankreatische Cholera (Verner-Morrison-Syndrom) ‒ nicht-infektiöse Form

Nach der Antigenstruktur kann man folgende Unterscheidung vornehmen:
• Virbrio cholerae O1 ‒ Erreger der klassischen Cholera
• Vibrio cholerae non O1

Cholera-Infektionen treten vor allem in niedrigen sozialen Schichten auf. Die Infektion mit dem Erreger erfolgt fäkal-oral über kontaminiertes Wasser, Fisch oder sonstige roh angebotene Lebensmittel. Die Infektiosität des Erregers ist relativ gering. Die Inkubationszeit ‒ Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung ‒ beträgt in der Regel nur drei bis sechs Tage. Ohne eine ausreichende Therapie sterben bis zu 50 % der Erkrankten.

Der Nachweis des Erregers ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.

Zur Prävention der Cholera muss insbesondere auf eine Reduktion der Risikofaktoren geachtet werden

Verhaltensbedingte Risikofaktoren
• Ernährung ‒ Genuss von rohen, kontaminationsverdächtigen Speisen und Getränken in Endemiegebieten

Krankheitsbedingte Risikofaktoren
• Mangelernährung

Daneben beeinflussen Grunderkrankungen aller Art das Ausmaß und den Ausgang der Infektion.

Prophylaxe der Cholera

Bei Reisen in Endemiegebiete sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:
• Strikte Lebensmittelhygiene mit Verzicht auf rohe, ungeschälte Speisen und unbehandelte Flüssigkeiten
• Meiden von öffentlichen Schwimmbädern
• Strikte persönliche Hygiene
"Cook it, boil it, peel it or forget it!!


Cholera-Impfung

Geimpft wird in Deutschland mit einem Impfstoff aus abgetöteten Erregern in Form einer Schluckimpfung. Die Schutzrate beträgt circa 90 %. Die Impfung muss nach zwei Jahren erneut werden, um einen kontinuierlichen Impfschutz gewährleisten zu können.

Wer und wann sollte geimpft werden?
Es kann eine Impfung durchgeführt werden, wenn folgende Kriterien erfüllt sind
• Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe
• Mitarbeit in der Katastrophenhilfe
• Mitarbeit in der Krankenversorgung
• Reisen in sehr abgelegene Gebiete
• Reisende mit chronischen Magenerkrankungen (Mangel an Magensäure)
• Immunsupprimierte Reisende
• Nachweispflicht der Impfung bei der Einreise

Durchführung
• Die oben genannten Personengruppen erhalten zwei Dosen innerhalb von sechs Wochen vor Abreise
• Kinder (2.-6. Lebensjahr) erhalten inital drei Impfdosen im Abstand von je ein bis sechs Wochen

Der Impferfolg stellt sich meist eine Woche nach der letzten Impfung ein. Kurz vor und nach der Impfung sollte nichts gegessen oder getrunken werden. Abführmittel sollten an diesem Tag nicht eingenommen werden

Wer sollte nicht geimpft werden?
• Personen mit akuter Magen-Darm-Erkrankung
• Personen mit fiebrigem Infekt
• Zur Impfverträglichkeit stillender Mütter liegen keine ausreichenden Daten vor
• Erfahrungen zu Interaktionen mit anderen Impfungen liegen nicht vor

Nebenwirkungen/Impfreaktionen
• Leichte Verdauungsstörungen mit abdominellen Schmerzen (Bauchschmerzen) oder Diarrhoe (Durchfall)

 

 

 

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