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FSME



Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (Synonyme: (FSME); FSME-Virus; Frühsommer-Meningoenzephalitis; Tick-borne encephalitis; Zeckenenzephalitis; ICD-10: A84.1 – Mitteleuropäische Enzephalitis, durch Zecken übertragen) ist eine Infektionskrankheit, die durch Flaviviren ausgelöst wird. Mit dem Virus infizierte Zecken der Gattung Ixodes ricinus (Holzbock) können mit ihrem Biss das Virus übertragen. Sie sind Überträger der FSME in einem Gebiet von Skandinavien bis zum Ural. Außerdem können diese Zecken die Borreliose übertragen.

 

Die Erkrankung verläuft meist leicht und wird als Sommergrippe fehl gedeutet. In Deutschland wurden im Jahr 2005 nur circa 430 Fälle gemeldet, die Dunkelziffer wird aber vermutlich viel höher liegen. Neben der Übertragung durch Zecken ist auch eine Übertragung über infizierte Milch von Schafen, Ziegen oder Kühen möglich. Dies ist jedoch sehr selten. Die Krankheitsfälle treten meist in den Sommermonaten zwischen April und Oktober auf.
Die Inkubationszeit – Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheitssymptome – beträgt meist sieben bis 14 Tage.
Die Infektion verläuft biphasisch – in zwei Phasen. In der frühen Phase treten lediglich grippeähnliche Symptome auf, während in der zweiten Phase, die sich nach einem symptomfreien Intervall anschließt, neurologische Symptome auftreten.
In den FSME gefährdeten Regionen in Deutschland sind circa 1 % der Zecken infiziert.

 

Zu den FSME Risikogebieten gehören in Deutschland folgende Regionen:
• Baden-Württemberg
• Bayern
• Südliches Hessen
• Landkreis Marburg Biedenkopf in Hessen
• Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz
• Südliches und östliches Thüringen

 

Zur Prävention der Frühsommer-Meningoenzephalitis muss insbesondere auf eine Reduktion der Risikofaktoren geachtet werden:
• Aufenthalt in bewaldeten Gebieten ohne adäquate Kleidung oder Schutz durch Repellentien (Insektenschutz)

 

Risikogruppen:
• Förster
• Kindergartenkinder im Waldkindergarten
• Waldarbeiter
• Wanderer

 

FSME-Impfung
Wer und wann sollte geimpft werden?
• Personen, die in FSME-Gebieten Zecken ausgesetzt sind, wie beispielsweise Wanderer
• Personen, die in FSME-Gebieten beruflich gefährdet sind, wie beispielsweise Forstarbeiter

 

Wer sollte nicht geimpft werden?
• Personen, die gerade eine Infektionskrankheit wie beispielsweise Influenza (Grippe) durchmachen.

 

Nebenwirkungen/ Impfreaktionen
Bei bis zu zehn Prozent kann es zu folgenden Impfreaktionen kommen:
• Lokalreaktionen
• Fieber
• Kopfschmerzen
• Gelenkschmerzen
• Gliederschmerzen
• Allergische Reaktionen auf Hühnereiweiß
Bei circa 0,1 % kann es zu meningitischen Beschwerden kommen – Symptome, wie sie bei einer Meningitis (Hirnhautentzündung) vorkommen können. Dazu zählen vor allem Kopfschmerzen.

 


Postexpositionsprophylaxe

 Unter einer Postexpositionsprophylaxe versteht man die Versorgung mit Medikamenten zur Vermeidung einer Erkrankung bei Personen, die gegen eine bestimmte Krankheit nicht durch Impfung geschützt sind, dieser aber ausgesetzt waren.

• Selbst bei frühzeitiger Gabe des Hyperimmunglobulins – Antikörper gegen das Virus – zum Zweck der passiven Immunisierung kommt es nur bei circa 60 % zu einem vollständigen Schutz.
• Da es bei Kindern auch unter der Postexpositionsprophylaxe zu schweren Verläufen kommen kann, ist die passive Immunisierung bei Kindern unter 14 Jahren kontraindiziert.

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