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Hepatitis



Hepatitis A

Bei der Hepatitis A (Synonyme: Epidemische Gelbsucht; HA-Virus-Infektion; HAV; Hepatitis A (Hepatitis epidemica); Hepatitis epidemica; Virushepatitis A; infektiöse Hepatitis A; ICD-10: B15.- – Akute Virushepatitis A) handelt es sich um eine Leberentzündung, die durch das Hepatitis A-Virus übertragen wird. Das Hepatitis A-Virus gilt als häufigster Auslöser für eine akute Hepatitis in Deutschland.

Das Hepatitis A-Virus ist weltweit verbreitet. In den Entwicklungsländern machen fast alle Menschen aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen schon in der Kindheit eine Hepatitis A durch. In Deutschland kommt die Hepatitis A seltener vor. 50 % der Fälle gehen auf Infektionen während einer Reise in Hochprävalenzländer zurück. Da ein Impfstoff zur Verfügung steht, sollte man sich auf jeden Fall vor einer Reise impfen lassen.

Wurde die Erkrankung einmal durchgemacht, so besteht meist eine lebenslange Resistenz gegen das Virus. Die Infektion hinterlässt also eine Immunität.

Die Inkubationszeit – Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung – beträgt meist 25 bis 30 Tage. Die Erkrankung heilt immer folgenlos aus.

Die Übertragung des Erregers erfolgt fäkal-oral – über die Nahrung –, durch kontaminierte Lebensmittel, durch Schmierinfektion oder aber durch sexuelle Kontakte, vorwiegend bei homosexuellen Männern.

Die Erkrankung ist meldepflichtig.

Zur Prävention der Hepatitis A muss insbesondere auf eine Reduktion der Risikofaktoren geachtet werden:

Verhaltensbedingte Risikofaktoren
• Ernährung - Verzehr kontaminierter Lebensmittel
• Enger Körperkontakt – vor allem im Kindergarten oder im gemeinsamen Haushalt – zu erkrankten Personen in der Phase der Ansteckung. Diese beginnt jedoch schon ein bis zwei Wochen vor dem Auftreten des Ikterus (Gelbsucht) oder der Erhöhung der Transaminasen GOT und GPT (Synonyme: Leberwerte, Leberenzyme). Die Ansteckungsfähigkeit besteht bis zu einer Woche nach Auftreten der Symptome.
• Gebrauch kontaminierter Gegenstände

Hepatitis-A-Impfung
Die Impfung mit einem inaktivierten Impfstoff wird meist zweizeitig durchgeführt, im Abstand von 6-12 Monaten. Daneben besteht die Möglichkeit der passiven Immunisierung mit einem Anti-HAV-Immunglobulin – Antikörper gegen Hepatitis-A-Viren – als Präexpositionsprophylaxe.

Wer und wann sollte geimpft werden?
• Reisende in Gebiete mit hohem Infektionsrisiko wie Entwicklungsländer
• Soldaten
• Angestellte im Kindergarten
• Personen im Umgang mit Primatenaffen
• Laborangestellte
• Arbeiter in Klärwerken
• Personen mit chronischen Lebererkrankungen wie beispielsweise bei chronischer Hepatitis
• Homosexuelle Männer
• Drogenabhängige
• Personen mit Störungen der Blutgerinnung, die häufig Bluttransfusionen erhalten
• Personen in psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen
• Angestellte in psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen

Wer sollte nicht geimpft werden?
• Personen, die gerade eine Infektionskrankheit wie beispielsweise Influenza (Grippe) durchmachen

Nebenwirkungen/ Impfreaktionen
• Lokale Reaktionen wie Schwellung und Rötung

Postexpositionsprophylaxe
Unter einer Postexpositionsprophylaxe versteht man die Versorgung mit Medikamenten zur Vermeidung einer Erkrankung bei Personen, die gegen eine bestimmte Krankheit nicht durch Impfung geschützt sind, dieser aber ausgesetzt waren. Bei Kontakt zu einer an Hepatitis-A erkrankten Person kann gleichzeitig mit der ersten Impfung mit dem inaktivierten Impfstoff das Anti-HAV-Immunglobulin verabreicht werden.



Hepatitis B

Hepatitis B ist eine Leberentzündung, die durch das Hepatitis-B-Virus verursacht wird. Das Hepatitis B-Virus gehört in die Gruppe der DNA-Viren. Es wird sexuell, perinatal (während der Geburt) oder parenteral (über Infusionen/Transfusionen) übertragen.

Zu den Risikogruppen zählen vor allem medizinisches Personal, Drogenabhängige und Homosexuelle (Nadelstichverletzung mit viruspositivem Blut – Infektionsrisiko: 5-30 %). In Deutschland sind circa 0,6 % der Bevölkerung chronische Träger eines Hepatitis B -Virus.

 

Hepatitis-B-Impfung

Wer und wann sollte geimpft werden?
• Angestellte im Gesundheitswesen, die Kontakt zu Blut und sonstigen Körperflüssigkeiten haben
• Dialyse-Patienten – Personen, die aufgrund einer Nierenfunktionsstörung eine Blutwäsche erhalten
• Bewohner und Betreuer von Einrichtungen für alte Menschen oder Menschen mit Behinderungen
• Ersthelfer
• Polizisten
• Drogenabhängige
• Insassen von Haftanstalten
• Homosexuelle Personen
• Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern
• Personen mit regelmäßiger Gabe von Blut oder Blutprodukten
• Personen vor ausgedehnten chirurgischen Eingriffen
• Personen mit Kontakt zu Hepatitis-B-erkrankten Personen
• Personen vor Reisen in Gebiete mit hoher Hepatitis-B-Prävalenz
• Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Bei allen oben genannten Personengruppen sollten drei Impfungen durchgeführt werden; jeweils die erste Impfung zum Zeitpunkt Null, die zweite Impfung nach einem Monat und die dritte Impfung nach sechs Monaten.

Bei Säuglingen beginnt man im dritten Lebensmonat mit der ersten Impfung. Bei Kindern sollte die Impfung im elften bis zwölften Lebensjahr durchgeführt werden.

Nach Anschluss der Grundimmunisierung wird eine Kontrolle des Impfstatus anhand einer Blutuntersuchung auf Hepatitis-B-Antikörper (Anti-HBs-Titer) empfohlen:
• Bei Werten unter 10IE/l sollte eine weitere Dosis verabreicht werden.
• Bei Werten zwischen 10-100IE/l sollte regelmäßig alle drei bis sechs Monate eine Kontrolle durchgeführt werden.
• Bei Werten über 100IE/l sollte nach zehn Jahren eine Auffrischimpfung bei Personen durchgeführt werden, die weiterhin ein hohes Infektionsrisiko haben, wie beispielsweise Angestellte im Gesundheitswesen.

Wer sollte nicht geimpft werden?
• Personen, die gerade eine Infektionskrankheit wie beispielsweise Influenza (Grippe) durchmachen

Nebenwirkungen/ Impfreaktionen
• Lokale Reaktionen um die Einstichstelle

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