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Influenza



Eine Grippe (Synonyme: Influenca; Influenza A Virus Infektionen; Influenzavirus; epidemische Grippe; ICD-10: J10.- – Grippe durch sonstige nachgewiesene Influenzaviren) ist eine akute, durch Viren ausgelöste Infektionserkrankung. Die Bezeichnung „Influenza“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „sich einschleichen“. Die Influenza ist nicht gleichzusetzen mit der normalen Erkältungskrankheit, dem so genannten grippalen Infekt.

Man kann eine saisonale und eine pandemische Influenza unterscheiden.

Saisonale Influenza

Die saisonale Influenza wird von Mensch zu Mensch übertragen und tritt in Deutschland gehäuft in den Wintermonaten, in der Zeit von Dezember bis April auf. Die Influenza ist in Deutschland jährlich Ursache für mehrere Tausend Todesfälle.

Typisch für die Grippe ist das Auftreten in Epidemien. Das bedeutet, dass die Grippe gehäuft zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Region anzutreffen ist.

Die Inkubationszeit – Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung – liegt zwischen ein und drei Tagen. Auch während der Inkubationszeit ist der Patient bereits infektiös! Etwa eine Woche nach dem Auftreten der ersten Symptome besteht keine Gefahr einer Infektion mehr.


Pandemische Influenza (z.B. Vogelgrippe)

Die pandemische Influenza beschreibt z.B. die sogenannte "Vogelgrippe" (aviäre Influenza; vor allem der Subtyp H5N1). Eine der größten Influenza-Pandemien war die Spanische Grippe 1918/19, der circa 50 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind.

Die aviäre Influenza kann vor allem durch Kontakt mit infiziertem Geflügel auftreten. Im Unterschied zur saisonalen Grippe liegt die Inkubationszeit hier bei zwei bis fünf Tagen. Bei der Vogelgrippe ist schon der Verdacht meldepflichtig gemäß IfSG, bei der saisonalen Grippe nur der direkte Virusnachweis.


Neue Grippe (Schweinegrippe genannt):

Die neue Grippe ist wie die saisonale Grippe von Mensch zu Mensch übertragbar. Sie wird durch das Virus H1N1/2009 verursacht. Der Verlauf der neuen Grippe ist derzeit noch milde.Es erkranken jedoch vermehrt jüngere Menschen. Zudem ist das Virus ansteckender als die anderen Grippetypen. Die Inkubationszeit liegt zwischen drei und vier Tagen (Spannbreite 1 bis 7 Tage).

Zur Prävention einer Grippe muss insbesondere auf eine Reduktion der Risikofaktoren geachtet werden:

Verhaltensbedingte Risikofaktoren
• Genussmittelkonsum
- Tabak (Rauchen)– erhöht den oxidativen Stress, schwächt das Immunsystem und schädigt die Atemwege
• Kontakt zu erkrankten Personen in der Phase der Ansteckung meiden. Diese Phase beginnt kurz vor dem Auftreten der ersten Symptome und besteht meist für bis zu fünf Tage. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion, seltener durch direkten Kontakt mit dem Virus beispielsweise über Händekontakt.
• Kontakt zu Vögel

Krankheitsbedingte Risikofaktoren
• Menschen mit chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen
• Menschen mit Diabetes mellitus
• Patienten mit Immundefekten bzw. Immunspression – z.B. HIV / AIDS

Weitere Risikofaktoren
• Medizinisches Personal hat ein erhöhtes Risiko

 

Influenza-Impfung

Bei der Influenza (Grippe) handelt es sich um eine akute Entzündung der Atemwege mit dem Influenzavirus. Es wird jährlich ein inaktivierter Impfstoff produziert, der aus den Influenzaviren des vergangenen Winters hergestellt wird. Dieser Impfstoff bietet einen Schutz von 50-80 %. Der Impfstoff wird am besten jährlich einmal im Herbst verabreicht.

Wer und wann sollte geimpft werden?
• Personen über 60 Jahre
• Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit folgenden Grunderkrankungen
- Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale oder COPD – chronisch-obstruktive Lungenerkrankung
- Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
- Chronische Lebererkrankungen wie Hepatitis (Leberentzündung)
- Chronische Nierenerkrankungen wie Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)
- Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus
- Multiple Sklerose
- Angeborene oder erworbene Immundefekte wie beispielsweise HIV
• Bewohner von Alters- und Pflegeheimen
• Medizinisches Personal
• Angestellte in Einrichtungen mit hohem Publikumsverkehr
• Alle Bürger, wenn eine intensive Epidemie droht, das Virus sich sehr verändert hat und der Impfstoff diese Variante enthält

Wer sollte nicht geimpft werden?
• Personen, die gerade eine Infektionskrankheit durchmachen
• Personen mit einer Hühnereiweißallergie

Nebenwirkungen/ Impfreaktionen
• 8-24 Stunden nach der Impfung kann es zu leichtem Fieber (bei bis zu 5 %) und lokalen Reaktionen wie Rötung und Schwellung (bei bis zu 30 %) an der Einstichstelle kommen.

 

Schweinegrippe-Impfung

 

Nach der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut gibt es eine neue Mitteilung zur Impfung gegen die Neue Influenza A (H1N1), aus dieser folgende Fakten hervorgehen:

Die WHO-Kriterien für eine Pandemie sind für die "neue Grippe" erfüllt, da sich das Virus schnell auf allen Kontinenten ausgebreitet hat. Es besteht keine schützende Immunität. Bis zum jetzigen Zeitpunkt liegt das Ausmaß der Infektionen jedoch noch unterhalb der Beobachtungen aus früheren Pandemien. Da das Virus erst im Frühjahr des laufenden Jahres aufgetreten ist, konnten die Impfstoffe für die Influenzasaison 2009/2010 nicht mehr angepasst werden. Aus diesem Grunde musste ein Impfstoff entwickelt werden, der die Grundimmunität induziert und so zu einer Verminderung der Krankheits- und Todesfälle führt. Dieser Impfstoff steht aufgrund der immer weiter fortschreitenden technischen und wissenschaftlichen Forschung schon ab November bereit.

Die STIKO spricht schon jetzt eine Impfempfehlung für die "Schweinegrippeimpfung" aus, um schweren und ggf. tödlichen Verläufen im Herbst/Winter 2009/2010 entgegenzuwirken.Eine Impfung zu starten, wenn hohe Infektionsraten erst einmal vorliegen, ist schon allein aus logistischen Gründen kaum möglich.

Folgende Faktoren weichen von den Grundlagen einer generellen Impfempfehlung ab:
• Infektions- und Erkrankungsraten können bei der neuen Grippe noch nicht vorhergesagt werden
• Pathogenitätsmutanten der neuen Grippe können ebenfalls noch nicht vorhergesagt werden
• Der Impfstoff gegen die neue Influenza konnte noch nicht an großen Kollektiven getestet werden; die bisher verfügbaren Daten sprechen jedoch gegen besondere Nebenwirkungen

Deshalb kommt die STIKO zur Nutzen-Risiko-Abwägung und spricht für folgende Personengruppen eine Impfempfehlung aus:
1. Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege
2. Patienten mit gesundheitlicher Gefährdung wie chronischen Krankheiten
3. Schwangere und Wöchnerinnen (Schwangere sollten, vorzugsweise ab dem zweiten Trimenon, mit einem nicht-adjuvantierten Spaltimpfstoff geimpft werden)

Folgende Bevölkerungsgruppen können in einer zweiten Phase (circa vier Wochen nach den oben genannten Personengruppen) geimpft werden:
1. Haushaltskontaktpersonen von Personen mit gesundheitlicher Gefährdung, Schwangeren/Wöchnerinnen und Säuglingen unter sechs Monaten
2. Alle übrigen Personen


Grundsätzlich können alle Gruppen der Bevölkerung von einer Impfung gegen die neue Grippe profitieren. Jede Impfung sollte nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung durchgeführt werden.
Zur Situation in den USA: Die meisten H1N1 Schweinegrippe-Erkrankungen betrafen Kinder und junge Erwachsene. Bislang ist nicht klar, warum das so ist und es ist ebenso wenig bekannt, ob sich dieses ändern wird. Aber einige Gruppen haben ein besonders hohes Risiko, schwer zu erkranken bzw. im Falle einer Erkrankung eine besonders schlechte Prognose zu haben:
• Schwangere haben ein sechsmal höheres Risiko einer schweren Erkrankung im Vergleich zu gleichalterigen Frauen
• Junge Kinder unter 2 Jahren
• Patienten mit
- Asthma bronchiale
- COPD (chronic obstructive pulmonary disease; chronisch obstruktive Lungenerkrankung) oder anderen chronischen Lungenerkrankungen
- Diabetes mellitus
- Immunstörungen (inkl. HIV) und Patienten unter immunsuppressiver Therapie (Chemotherapie etc.)
- kardiovaskulären Erkrankungen (außer Hypertonie – Bluthochdruck)
- Chronische Nierenerkrankungen (insbesondere mit Niereninsuffizienz)
- Epilepsie
- Lebererkrankungen
- Bluterkrankungen (inkl. Sichelzellanämie)
- Neurologischen Erkrankungen inkl. neuromuskulärer Erkrankungen
• Krankenschwestern und Pflegepersonal
• Patienten im Alter von mehr als 65 Jahren, die an der Schweinegrippe erkranken (sehr selten) – falls diese jedoch erkranken, haben diese ein besonders hohes Risiko, schwer zu
erkranken
• Übergewichtige, die an der Schweinegrippe erkranken, haben ein besonders hohes Risiko für Komplikationen (bei Grunderkrankungen wie insbesondere pulmonaler Erkrankungen
und /oder Diabetes mellitus)

Impfung mit "Pandremix" – Dosierung:
• Bei Kindern im Alter von sechs Monaten bis neun Jahren – eine halbe Erwachsenendosis (wg. möglicher leichter Reaktionen auf den Impfstoff)
• Menschen im Alter von 10 bis 60 Jahren – eine vollständige Erwachsenendosis
• Über 60-jährige eine Erwachsenendosis

Für Schwangere soll ein spezieller Impfstoff nach Auskunft des Paul-Ehrlich-Institut möglicherweise bis Ende November zur Verfügung stehen.

Eine Risiko-Nutzen-Abwägung wird regelmäßig von der STIKO durchgeführt und die Impfempfehlungen ggf. angepasst.

Postexpositionsprophylaxe
Unter einer Postexpositionsprophylaxe versteht man die Versorgung mit Medikamenten zur Vermeidung einer Erkrankung bei Personen, die gegen eine bestimmte Krankheit nicht durch Impfung geschützt sind, dieser aber ausgesetzt waren.
Eine antivirale Chemoprophylaxe mit Virustatika – Medikamente gegen virale Infektionen – wird vor allem bei Personen mit gesundheitlichem Risiko wie oben beschrieben durchgeführt. Die Einnahme der Medikamente Zanamivir oder Oseltamivir sollte begonnen werden, wenn eine erhöhte Aktivität der Influenza nachgewiesen ist und sollte dann bis zum Ende des Ausbruchs fortgesetzt werden.

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